Solmaz Yalcin

Ich bin 46 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Ich arbeite als Krankenschwester. Seit 40 Jahren lebe ich in Deutschland und davon seit 12 Jahren in Emmerthal. Seit 22 Jahren bin ich im Pflegedienst beschäftigt, nur unterbrochen vom Mutterschaftsurlaub. Während meines beruflichen Werdegangs und in meinem Bekannten- und Freundeskreis beobachte ich immer wieder, dass die Hilflosigkeit der älteren Generation sehr ausgeprägt ist. Diese verstärkt sich bei MigrantInnen, die oft große Sprachdefizite haben.

Im Laufe meiner Berufsjahre ist mir bewusst geworden, dass altern gesellschaftlich als Makel empfunden wird. Dabei verdient die ältere Generation Wertschätzung und Anerkennung; haben sie doch das Fundament für unseren heutigen Lebensstandard gelegt.

Die Zahl der älteren MitbürgerInnen mit und ohne Migrationshintergrund wird in Deutschland zunehmend steigen und somit auch die Pflegebedürftigkeit. Die traditionelle Familienstruktur mit ihrem großen Zusammenhalt in diesem Sinne gibt es nicht mehr. Besonders deshalb liegt mir die Situation von älteren Menschen im deutschen Gesundheitssystem am Herzen.

Ein weiteres wichtiges Anliegen meiner politischen Arbeit ist eine umfassende Integration aller ausländischen MitbürgerInnen. Die Integration, gerade auch der jungen MigrantInnen, muss gelingen; damit wir die künftigen Aufgaben in der Gesellschaft leisten können. Nur in einem gemeinsamen Miteinander werden wir die Zukunft zufriedenstellend gestalten. Jeder hat seinen Platz und wird gebraucht. Ausgrenzung können wir uns nicht leisten. Die Auszubildenden die uns heute bereits fehlen, stellen die Firmen morgen vor unlösbare Aufgaben.

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